⟡ Im Fokus · neu erschienen
Chronik 127 Jahre
Freiwillige Feuerwehr Schabs
2026Buch · OrtschronikAuftragsarbeit
„Freiwillig. Unentgeltlich. Zuverlässig." (1899–2026)
127 Jahre Feuerwehrgeschichte – recherchiert, fotografiert, geschrieben und gestaltet. Über zwei Jahre entstand eine Chronik, die Geschichte, Erinnerungen und Menschen miteinander verbindet.
- Zeitraum
- 2024–2026 · erschienen 2026
- Meine Rolle
- Konzept · Recherche · Fotografie · Text · Gestaltung · Satz
- Umfang
- 504 Seiten · 491 Fotografien · 93.137 Wörter · 25 Kapitel
- Ort
- Schabs · Südtirol
- Status
- Erschienen
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Vorwort „Für meinen Vater"
Wenn jemand Hilfe braucht, zählen keine Stunden.
Für meinen Vater.
Als Kind ging ich mit meinem Vater in die Feuerwehrhalle von Lüsen. Jede Gelegenheit nutzte ich. Meistens gab es eine Aranciata – und manchmal, ganz selten, durfte ich bei einer Kontrollfahrt mit dem Feuerwehrfahrzeug mitfahren. Diese Momente haben sich eingeprägt – als stille Selbstverständlichkeit. Er war Feuerwehrkommandant. Das gehörte zu ihm. 2025 ist er gestorben. Dieses Buch kann ich ihm nicht mehr zeigen. Aber ich schreibe es auch für ihn.
Was als Beratungsgespräch begann – ein Abend mit den Schabser Feuerwehrleuten zur Frage, wie eine Chronik anzugehen sei – wurde zu diesem Projekt. Irgendwann war klar: Ich schreibe sie selbst. Mein Partner Richard March hat 25 Jahre in der Führung dieser Wehr gedient, zuletzt fünfzehn Jahre als Kommandant. Seine Erfahrung ermöglichte mir Einblicke, die ich sonst nie bekommen hätte – und Zugang zu den historischen Quellen. Zunächst schien von den frühen Jahren wenig übrig. Doch er blieb dran, und nach und nach setzte sich alles zusammen: der erste Tätigkeitsbericht, das allererste Protokoll mit den Originalunterschriften der Gründungsmitglieder, die ersten Rechnungen. Dokumente, die zeigen, dass sich diese Männer bewusst entschieden hatten, für ihre Mitmenschen mehr zu tun als nur Nachbarschaftshilfe zu leisten.
Ein Jahr lang habe ich die Feuerwehr Schabs begleitet. Proben, Versammlungen, Ausbildungen, Wettbewerbe. Den Wissenstest der Jugend, das Familiengrillen, die Prozessionen, die große MANV-Übung. Ich habe fotografiert, zugehört, mitgefeiert. Und ich habe mich wohlgefühlt. Diese Wehr hat mich aufgenommen. Ohne Fragen. Ohne Vorbehalte.
127 Jahre trennen die Gründung der Feuerwehr Schabs von dieser Chronik. Damals, nach dem verheerenden Dorfbrand von 1897, schlossen sich 45 Männer unter einfachsten Bedingungen zusammen. Heute fährt ein hoch spezialisiertes Technical Rescue Team zu Wettbewerben nach Österreich und holt Gold. Dazwischen liegen tausende Stunden Übung, Ausbildung, Warten auf den Alarm – und unzählige Einsätze.
Einen Großteil dieser Arbeit bildet das, was in keiner Statistik aufscheint: Proben vorbereiten, Fahrzeuge und Ausrüstung instand halten, Öffentlichkeitsarbeit, Kontakt mit Gemeinde und Behörden, Bürokratie – alles, was Kommandantschaft, Gerätewart, Schriftführer, Kassier und der restliche Ausschuss im Hintergrund stemmen. Stunden, die niemand zählt. Aber diese Leute leisten sie trotzdem. Freiwillig. Neben Beruf und Familie.
In einer Zeit, in der es oft heißt, jede und jeder solle zuerst auf sich selbst schauen, machen Feuerwehrleute genau das Gegenteil. Sie stellen ihre Mitmenschen an die erste Stelle. Ihre ohnehin knapp bemessene Freizeit – die sie mit Kindern, Partnern, Eltern teilen – investieren sie für andere. Nicht für Ruhm, nicht für Geld. Sondern weil jemand Hilfe braucht.
Diese Chronik ist mein Beitrag zu ihrer großartigen Arbeit. Sie erzählt von Menschen, die aufgestanden sind, wenn Hilfe nötig war – damals wie heute. Von Feuerwehrleuten, die Verantwortung übernehmen, wenn andere in Not geraten.
Den 44 aktiven Wehrleuten der Feuerwehr Schabs und allen, die in 127 Jahren vor ihnen dienten: Danke. Von Herzen.
Bea Hinteregger
Schabs, im Jubeljahr 2026
Rede zur Chronikpräsentation
48 Unterschriften.
5. März 1899.
Dort drüben beim Ochsenwirt.
Das ist der Anfang.
Grüß euch an diesem wunderbaren Frühlingsvormittag hier in Schabs –
zum 127. Geburtstag eurer Feuerwehr.
Ich stehe heute hier vor euch
mit sehr vielen Seiten Papier,
mit hunderten Fotos,
mit Geschichten aus drei Jahrhunderten –
und mit meinem allertiefsten Respekt.
Bevor ich euch in diese Geschichte hineinnehme –
und sage, was in diesem Buch steht –
erzähle ich kurz, wie ich diese Feuerwehr kennengelernt habe.
Ich habe ein Model gesucht – für meine Diplomarbeit.
Meine Tochter Hanna hat mir Benjamin Ralser empfohlen.
Übrigens, als Model hat er sich sehr gut angestellt.
Als Gegenleistung habe ich angeboten, eine Probe zu fotografieren.
Und bin bei dieser Feuerwehr gelandet.
Diese Probe war im Herbst 2023.
Draußen bei der Finstral in der Raut.
Neun Feuerwehren. Das Weiße Kreuz von Brixen und Mühlbach. Die Rettungspfleger. Der Notarzt. Der Abschnittsinspektor. Die Disponenten der Bezirkseinsatzzentrale. Alles greift ineinander.
Und mittendrin: der Einsatzleiter. 24 Jahre alt.
Bis dahin war er für mich einfach ein junger, netter, lustiger Typ.
An diesem Abend hab ich ihn neu kennengelernt.
Er managt das große Ganze, als hätte er nie etwas anderes gemacht.
Er behält den Überblick. Gibt Anweisungen. Ist präsent.
Schlussaufstellung. Kurze Nachbesprechung.
Was gut war, wird klar benannt. Was besser geht – ebenso konkret.
Keine Floskeln. Organisation. Struktur.
Danach gibt es belegte Brote. Etwas zu trinken. Zeit für Kameradschaftspflege.
Bald drauf geordneter Rückzug.
Menschlich immer auf Augenhöhe. Professionell in der Ausführung.
Das hat mich beeindruckt –
und ich habe verstanden: So funktioniert das hier in Schabs.
Und das kommt nicht von irgendwo.
Das ist die Schabser Art.
Ein paar Wochen später. Glühweinstand im Advent.
Einer meiner ersten Abende hier in Schabs. Es war kalt und zugig.
Und der Kommandant, der Stockner Andreas, sagt einen Satz, den ich nie vergessen werde:
»In Schabs geht der Wind nie –
in Schabs bleibt er.«
Wind. Kein Wasser.
In Schabs war ein Funke immer schon mehr als nur ein Funke.
Das beginnt nicht 1899.
Das beginnt zwei Jahre früher.
26. Juli 1897. Ein Montag. Der Tag der Heiligen Anna.
Es war schwül und heiß – über vierzig Grad schon seit Tagen.
Und abends kommen die Gewitter, eines nach dem anderen.
Die Schabser sind beim Rosenkranz beten.
Der junge Keller Schorsch kniet in der Stube und betet zum Fenster hinaus –
so wie es damals im Sommer Brauch war.
Er schaut zum Kiener hinüber – und sieht, wie sich dort plötzlich etwas Grelles spiegelt.
Da rennt seine Oma in die Stube und schreit: der Blitz hat eingeschlagen, es brennt.
Der starke Wind treibt die Flammen von Dach zu Dach – unaufhaltsam.
Selbst der wolkenbruchartige Regen an diesem Abend hat dem nichts entgegenzusetzen.
In wenigen Stunden:
18 Wohnhäuser. 39 Gebäude insgesamt. Alles abgebrannt. 99 Menschen ohne Dach überm Kopf.
Der Feuerschein ist bis Bozen zu sehen – vierzig Kilometer entfernt.
Das Militär aus Franzensfeste sieht ihn und rückt an. Die Mühlbacher sehen ihn auch.
Die Feuerwehr dort ist schon im Einsatz – der Fallerbach droht den halben Ort wegzuschwemmen.
Aber der Kommandant, der Jakob Andrasch, entscheidet mit zwanzig Mann den Schabsern zu helfen.
Die Brixner befürchten einen Waldbrand und schicken einen Radfahrer.
Der kommt nur bis zur Schabserhöhe. Zurück in Brixen steht eine Hundertschaft bereit.
Aus Angst vor den Gewittern schicken sie nur zwanzig.
Auch die Neustiftner kommen – die junge Wehr, erst sieben Monate alt.
Sie kämpfen bis in die tiefe Nacht.
Aber sie können nur mehr retten, was die Flammen noch nicht angegriffen haben –
die Kirche und den Sternwirt im Süden, den Ochsenwirt im Norden.
Dazwischen fast alles abgebrannt.
Am Morgen rücken sie ab – nur die Neustifter bleiben und helfen beim Aufräumen.
Was dann kommt, ist eine Welle der Solidarität, die das Dorf so nicht erwartet hatte.
Das Kloster Neustift schickt noch am selben Tag Brot. Im Dorf wird ein Opferstock aufgestellt.
Der Männergesangsverein Brixen organisiert ein Benefizkonzert. Der Brixner Radfahrerverein ein Straßenrennen. In Vintl ein Jahrmarkt. Alle Erlöse für die Schabser Abbrändler.
Bischof Simon Aichner spendet das Gerüstholz vom Dom, Bettwäsche und Geld.
Die Zeitungen rufen zum Spenden auf – alle Wohltäter werden namentlich genannt.
Allein das bringt 2.732 Gulden ein – zehn Tagelöhner hätten ein ganzes Jahr dafür arbeiten müssen.
Was bleibt: ein Dorf, das kaum noch steht.
Und das Wasser?
Fehlte. Wie so oft.
Zwei, drei Tage nach dem Brand ist der Apotheker Peer aus Brixen in Schabs und macht Fotos. Auf Glasplatten. Motive, die in Schabs fast niemand kennt. Dort drüben sind zwei davon zu sehen.
Dieser Brand hat keine Idee geboren.
Dieser Brand hat eine Entscheidung erzwungen.
19 Monate später. 5. März 1899.
48 Männer unterschreiben.
1885 gab es eine Volkszählung in Schabs. 219 Menschen lebten damals hier. 111 Frauen. 108 Männer.
Werden von den 108 Männern Kinder und Alte weggerechnet – bleiben vielleicht vierzig bis fünfzig übrig, die überhaupt beitreten konnten.
48 haben unterschrieben.
Das war keine Vereinsgründung.
Das war ein kollektives Ja zur Verantwortung.
Ausrüsten konnte die Wehr nicht alle. 36 rückten in Uniform aus.
Nicht, weil der Wille fehlte. Sondern weil die Mittel fehlten.
Das war sicher kein romantischer Anfang, aber ein ehrlicher.
Wie so oft in der Geschichte dieser Wehr war nicht die Möglichkeit zuerst da, sondern die Notwendigkeit.
Es hört nicht auf.
Zwei Weltkriege. Faschismus. Alles verboten. Wiederaufbau.
Brände. Einsätze. Entscheidungen.
1921 brannte das Futterhaus beim Sternwirt.
Der Steigerturm der Feuerwehr gleich daneben wurde in Mitleidenschaft gezogen.
Sie haben ihn wieder hergerichtet. Selbst.
Die Jahre vergehen. Die Muster bleiben.
Und manchmal brennt es nicht nur eine Nacht.
Sondern Tage. Wie 2007 beim Brand im Abfallwirtschaftszentrum.
Ein Einsatz, der dieser Wehr alles abverlangt hat.
Gute Jahre. Schwierige Jahre.
Das meiste davon sieht niemand.
Abende, Tage, Wochenenden. Proben und Ausbildung.
Damit im Ernstfall alles reibungslos funktioniert.
Stunden, die niemand zählt.
Aber diese Leute leisten sie trotzdem.
Freiwillig. Unentgeltlich. Zuverlässig.
Neben Beruf und neben Familie.
Und manchmal fehlt nicht Wasser. Sondern der Platz.
In den 2010er Jahren, vier Fahrzeuge – und eines steht beim Sportplatz.
Wenn es gebraucht wird, muss erst das dritte das vierte holen,
damit überhaupt alle ausfahren können.
Enge. Improvisation. Und leider Alltag.
Ein Gerätehaus, das längst zu klein geworden ist.
Und dann ist sie irgendwann da –
die Halle, wie sie heute dasteht. Nicht einfach so.
Sondern weil die Feuerwehr mit ihrem Kommandanten Richard March nicht locker gelassen hat.
Manche Dinge brauchen eben Jahre.
Manche passieren in Minuten.
Sonntag, 20. Oktober 1985. Kurz vor drei am Nachmittag.
Das Dorf ist wie ausgestorben. Die Fußballer beim Ligaspiel im Gadertal. Viele Bauern bei der Landwirtschaftsmesse in Bozen.
Dann steigt Rauch auf über dem Ochsenstadl – dort wo heute die Wohnanlage Romana steht.
Die Sirene geht. Der Kommandant, der Stockner Hons, rückt mit dem Tank an.
Schläuche anschließen. Wasser marsch –
– und nichts kommt.
Die Beregnungsleitung schon zugedreht. Saison vorbei. Kein Druck.
Der Eigstl Sepp springt ins Auto. Fährt nach Vals. Dreht die Leitung wieder auf.
In Schabs steht das Gebäude in meterhohen Flammen.
Sogar der Pfarrer hilft, das Vieh aus dem Stall zu treiben.
Und dann kommt endlich das Wasser – und die Schläuche platzen. Zu viel Druck.
Das Wohnhaus kann gerettet werden. Stall und Stadel sind abgebrannt.
Was danach kam? Aussprachen, Sitzungen. Plomben an den Schiebern.
Schlüssel in der Gemeindestube. Bereitschaftsdienst sonntags – solange Fußball gespielt wird.
So steht es im Protokoll. Wörtlich.
So funktioniert Lernen bei dieser Feuerwehr:
Ein Ereignis. Eine Konsequenz. Besser werden.
Und manchmal heißt besser werden auch: alles neu denken.
Weg von der k.u.k. Schlauch-, Steiger- und Spritzenmannschaft –
hin zum modernen Gruppensystem, in dem jeder weiß, was zu tun ist.
Der Kommandant Franz Zingerle hat das bei der Feuerwehr Schabs in den 1950ern eingeführt.
Er hat als einer der ersten Feuerwehrleute aus Südtirol die Feuerwehrschule in Innsbruck besucht, hat getüftelt, hat das erste Feuerwehrfahrzeug, den Ford Taunus, selbst aufgebaut.
Die Modernisierung geht weiter.
Anfang der 80er steht der erste Tank im Gerätehaus.
Eine Entscheidung, die nicht selbstverständlich war – getroffen vom Ausschuss unter Kommandanten Martin Zingerle.
Manches davon verändert alles – ohne dass es jemand von außen merkt.
Piepser. Erste Hilfe im Einsatz.
Technik und Taktik, die in den 1990er Jahren unter KDT Egidius Weithaler ganz normal geworden ist.
Sie schauen hin. Sie setzen um.
Das ist Schabser Feuerwehrkultur.
Und dazwischen – zwischen den Bränden – gab es auch das andere.
Jänner 1966. Feuerwehrball beim Ochsenwirt.
Eintritt: 400 Lire für Damen, 600 für Herren.
Auch die Lose nach Geschlecht getrennt:
Blumensträuße, Sektflaschen, Kölnisch Wasser für die Damen –
Zigaretten, Schnupftabak und eine »Schlange« für die Herren,
– was auch immer das war.
Eröffnet wird der Ball vom Kommandanten, vom Salcher Toni –
mit seiner sechzehnjährigen Tochter Margit.
Die Hasler Hilda sollte Faschingskrapfen machen, ca. 60 Stück.
Sie brachte fünfundneunzig. Alle verkauft.
»Verlief ohne besondere Vorkommnisse, zufriedenstellend.«
So war das.
Damals: 36 Männer. Kaum Ausrüstung. Aber ein Entschluss.
Heute fährt ein hochspezialisiertes Team für technische Rettung nach Österreich –
zu internationalen Bewerben – und holt Gold.
Zweimal in drei Jahren. Als erstes Team aus Südtirol.
Als einzige Freiwillige Feuerwehr von ganz Italien.
Und ich mittendrin.
Wie kommt eine Lüsnerin dazu, diese Geschichte aufzuschreiben?
Über Umwege. Über die Fotografie. Über die Liebe.
Und irgendwann über den Satz: Wir wollen eine Chronik machen.
Am Anfang hieß es: Es gibt kaum Unterlagen. Nichts wirklich Altes.
Heute wissen wir: Das Gegenteil war der Fall.
Protokolle. Kassabücher. Tätigkeitsberichte ab 1899.
Handschriftlich. In Kurrentschrift. Vergilbt – aber alles da.
Es musste nur jemand anfangen zu suchen.
Ein Buch über Haltung, nicht nur über Daten.
Und dann – irgendwann nach Weihnachten, es war stressig,
ich habe den Horizont von diesem Projekt nicht mehr gesehen –
da habe ich von den alten Kommandanten geträumt.
Ich war so tief in dieser Geschichte,
dass sie angefangen hat, zurückzuleben.
Und dieses Buch ist das Ergebnis davon.
Dieses Buch ist zeitlich eingeordnet, weil Egon Daporta es verankert hat.
Es hat seine verborgenen Schätze, weil Norbert Ralser sie gefunden hat –
an Orten, die sonst niemand mehr beachtet hat.
Es ist fertig geworden, weil Benjamin Ralser zum Schluss noch einmal richtig Gas gegeben hat –
und weil Andreas Mayr, Michael Ralser und Wolfi Ludwig gemeinsam mit dem ganzen Ausschuss es von Anfang bis Ende mitgetragen haben.
Es hat Einblick, weil Richard March – fünfundzwanzig Jahre in der Führung dieser Feuerwehr –
nicht aufgegeben hat, bis die ersten Protokolle, die ersten Rechnungen,
die Originalunterschriften der Gründer wieder auf dem Tisch lagen.
Nur er konnte mir das geben. Wir haben gefühlt nur noch über die Chronik gesprochen.
Und dann ist da noch jemand.
Mein Papi.
Er hat in mir den Grundstein für meine Feuerwehrleidenschaft gelegt.
Danke allen, die mich in der Zeit in Ruhe aber nicht allein gelassen haben.
Danke.
Meine Kinder sind selbst beide bei der Feuerwehr.
Und manchmal sagen sie mir:
Wenn Schabs nicht so weit weg wäre –
würden wir dort zur Feuerwehr gehen.
Nicht wegen der Technik, nicht wegen der Fahrzeuge –
die können sie bei jeder Feuerwehr haben.
Sondern wegen der Menschen.
Wegen der Schabser Art.
48 Unterschriften. 1899.
Kein Wasser. Kein Geld. Aber ein Entschluss.
Heute: 44 Aktive. 20 Jugendliche. 78 insgesamt.
Die Namen haben sich geändert.
Der Entschluss nicht.
Solange jemand aufsteht,
wenn der Piepser geht –
geht diese Geschichte weiter.